„Leave it on the floor“ Premiere auf der Berlinale 2012

Gestern Abend habe ich auf der Berlinale in der Panorama Sektion die US-Produktion „„Leave it on the floor“ gesehen. Der Film ist ein Musical, dass in der schwulen Drag/Voguing/Ball Subkultur von Los Angeles spielt.

Voguing ist ein extrovertierter Tanzstiel, entwickelt in der schwulen Szene amerikanischer Großstädte. Bekannt geworden ist der Tanzstiel durch Madonnas Vogue in den 90iger Jahren. Dabei ist Voguing nicht nur Tanz, es ist posen, sich darstellen und ein Konkurenzkampf auf der Bühne oder dem Laufsteg schwuler Szene-Clubs in New York, Los Angeles und weiteren amerikanischen Großstädten.

Die Akteure sind in „Häusern“ organisiert. Hier wohnen und leben sie zusammen, versuchen Geld zu verdienen und bereiten sich auf die Wettbewerbe vor. Meist steht ein Haus eine „Mutter“ vor, meist eine Dragqueen die den oft von Familie oder Gesellschaft ausgestoßenen eine Heimat und eine neue Familie gibt.

Genau um so eine Familie geht es in „Leave it on the floor“. Der junge Brad wird wegen seiner Homosexualität aus dem Haus gejagt und findet nach einer Odyssee Unterschlupf im „House of Eminence“ . Es entwickelt sich eine Geschichte um Liebe, Verzweiflung, Eifersucht, Ringen um Akzeptanz – eingebunden in Voguing-Wettbwerbe in den Clubs von LA.

Der Film wirft einen respektvollen Blick auf diese besondere schwule Subkultur der USA. Nie voyeuristisch, oft mit einem Augenzwinkern funktioniert der Film als Musical hervorragend. Die Songs werden nicht überhöht unreal inszeniert, sondern passen sehr gut in Szenerie und Handlung. Die Songs, die während der Voguing-Battles in den Clubs spielen haben einen mitreißenden Beat und sind fantastisch choreografiert.

Der Trailer:

Bei der Premiere waren der Regisseur Sheldon Larry, Produzent Gaylord und einer der hauptdarsteller, Phillip Evelyn anwesend. Sie erzählten ein wenig mehr von den Hintergründen des Films, wie es war in der Voguing-Szene zu drehen und wie sehr sie hoffen, dass der Film einen realen Blick auf die schwule Ball-Subkultur wirft. Laut ihren Aussagen scheint dies auf jeden Fall gelungen zu sein, dass zeigen wohl die Resonanzen aus eben dieser Szene bei ersten Vorführungen in New York und Los Angeles.

Der Film macht auf jeden Fall sehr viel Vergnügen und ich wünsche mir, dass die Songs aus dem Musical auch noch als Soundtrack veröffentlicht werden. Zumindest gibt es mit Edition Salzgeber schon einen deutschen Verleih.

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