It gets better

Eine steigende Zahl von Selbstmorden von Kindern und Jugendlichen sorgt zur Zeit in den USA für Aufregung. Innerhalb weniger Wochen brachten sich mehrere Kinder und Jungendliche im Alter zwischen 13 und 17 Jahren um, die in Ihrer Schule oder in Ihrem Umfeld gemobbt und angegriffen wurden weil sie vermeintlich oder wirklich schwul oder lesbisch waren. Die Vorfälle der letzten Wochen in den USA scheint nur die Spitze des Eisberges zu sein.

Geschockt von den Vorfällen meldete sich Ende September als erstes die bekannte Schauspielerin und Moderatorin Ellen DeGeneres zu Wort und sprach sehr bewegend über die umsich greifende Mobbing-Welle an Jugendlichen.

Aufgerüttelt durch diese erste Ansprache gründete der Moderator und Jornalist Dan Savage das It gets better Project (Es wird besser Projekt). Mit dem Projekt werden Video-Statements von schwulen, lesbischen, hetero, transgender oder bisexuellen Menschen gesammelt und auf YouTube veröffentlicht, die Kinder und Jugendlichen Mut machen sollen durchzuhalten. Durchzuhalten während des Coming-outs, während der Schulzeit, in einem homosexuellenfeindlichen Umfeld. Die Botschaft ist klar. Halte durch, werde stark, bring Dich nicht um. Du kommst da durch. Es ist hart, aber wir haben es auch geschafft. Du wirst Menschen geben, die Dich lieben und verstehen.

Die Kampagne hat inzwischen ein riesiges Echo erreicht. Hunderte Menschen haben ihre Solidarität bezeugt, erzählen ihre Geschichte, wollen Mut machen. Auch Prominente und Politiker wie zum Beispiel Zachary Quinto (Star Trek),  Jake Shears (Scissor Sisters), Gloria Estefan, Anne Hathaway, Barack Obama und  Hillary Clinton  unterstützen die Kampagne mit Ihren Statements. Inzwischen berichten auch vermehrt die deutschen Medien darüber.

Selbstmord  ist in USA und auch in Deutschland die zweithäufigste Todesursache bei Jugendlichen unter 20 Jahren.  Bei Jugendlichen mit homosexuellem Hintergrund ist die Selbstmordrate 4 bis 5 mal höher als bei ihren heterosexuellen Altersgenossen.

Nach wie vor, ist das Coming-out eine schwierige Zeit. Neben den üblichen verwirrenden Gefühlen, mit denen sich jeder Heranwachsene herumschlägt, kommt bei homosexuellen Jugendlichen noch dazu, dass man sich über sein „anderssein“ klar werden muss und sich in seiner Umwelt behaupten muss.

Nun sind in Deutschland die Umstände für Jugendliche im Coming-out nicht (mehr) ganz so hart wie in USA. Bedingt dadurch, dass unsere Gesellschaft doch weniger konserativ-religios geprägt ist, als in den USA.  Aber dennoch, auch aus eigener Erfahrung heraus bin ich mir sicher, dass es auch in Deutschland nach wie vor nicht einfach ist, sein Coming-out in der Schulzeit durchzustehen.

Ich halte das It gets better Project für eine bemerkenswerte Aktion, die auch hilfreich für Jugendliche im Coming-out in unserem Land sein kann. Selten hat mich eine Benefiz-Kampagne so stark beschäftigt wie dieses Projekt, deswegen schreibe ich für meine Verhältnisse besonders ausführlich darüber an dieser Stelle.

Ich habe hier beispielhaft ein paar Beiträge des It gets better Projects heraus gegriffen. Teils weil ich sie bemerkenswert fand, wegen der Person, von der das Statement stammt, teils weil ich den Beitrag auch bewegend empfand:

Joel Burns,  Abgeordneter im Stadtrat von Fort Worth spricht über seine Erlebnisse als Jugendlicher im Coming out. Dieser Auftritt sorgte in USA landesweit für Aufsehen und ist einer der meistgesehensten Beiträge der Kampagne.

Tyler erzählt seine Geschichte:

Die Mitarbeiter von Google und Facebook geben ein Statement ab:

Präsident Barack Obama und Außenministerin Hillery Clinton melden sich zu Wort:

Zachary Quinto (Schauspieler, z. B.  Star Trek) und Sarah Silverman (Schauspilerin, Komikerin, z. B. Monk)

Viel mehr gibt es unter www.youtube.com/user/itgetsbetterproject oder hier: www.itgetsbetterproject.com

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